Gelten die GRZ- und GFZ-Zahlen der BauNVO auch im unbeplanten Innenbereich?

Nein, es gibt hier keine Verweisung von § 34 BauGB auf die Bebauungszahlen der BauNVO. Allerdings muss das Bauvorhaben dem Maß der baulichen Nutzung der näheren Umgebung entsprechen. Dies wiederum wird an objektiven Maßstäben wie der Grundfläche, der Anzahl der Vollgeschosse und der Gebäudehöhe festgemacht.

Wann fügt sich ein Bauvorhaben in die Umgebung ein?

Ein Einfügen in die Umgebung ist dann gegeben, wenn es im Hinblick auf Art und Maß der baulichen Nutzung, auf die Bauweise und auf die Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, im Rahmen der Umgebung hält. (§ 34 Abs. 1 BauGB) Zudem muss es Rücksicht auf die Nachbarn nehmen und darf keine bodenrechtlichen Spannungen hervorrufen.

Was ist die nähere Umgebung eines Baugrundstücks?

Hierunter versteht man nicht nur die unmittelbar angrenzenden Grundstücke, sondern alle Grundstücke, auf die sich das Vorhaben auswirken kann und die den Charakter der Nachbarschaft prägen. Dabei ist auf jeden Fall eine Einzelfallbetrachtung anzustellen.

Der Baubestand rund um das Grundstück ist vollständig zu berücksichtigen, wobei jedoch Fremdkörper innerhalb des Gebiets nicht als prägend gewertet werden dürfen.

Was ist eine H-Regelung?

Art. 6 Abs. 4 und 5 BayBO besagen:

(4) Die Tiefe der Abstandsfläche bemisst sich nach der Wandhöhe; sie wird senkrecht zur Wand gemessen. (…) Das sich ergebende Maß ist H.
(5) Die Tiefe der Abstandsflächen beträgt 1 H, mindestens 3 m.

1 H ist also die Standardabstandsfläche, die sich aus der Höhe des Gebäudes errechnet. Eine H-Regelung knüpft also für die Berechnung der Abstandsfläche an die Gebäudehöhe an, eine absolute Abstandsflächenregelung gibt dagegen eine bestimmte Zahl von Metern vor, unabhängig von der Gebäudehöhe.