Was ist baurechtlicher Bestandsschutz?

Bestandsschutz ist der durch Art. 14 Abs. 1 GG vermittelte Anspruch einer durch Genehmigung legalisierten oder während eines Mindestzeitraums materiell rechtmäßigen baulichen Substanz in ihrer von der Genehmigung bzw. Genehmigungsfähigkeit umfassten konkreten Nutzung, sich gegen spätere nachteilige Rechtsänderungen durchzusetzen.

Wann ist eine Befreiung städtebaulich vertretbar (§ 31 Abs. 2 Nr. 2 BauGB)?

Dieser Tatbestand klingt zunächst sehr weit und legt nahe, dass jede Befreiung schon dann zulässig ist, wenn sie nur „vertretbar“ (also irgendwie zu begründen) ist. Tatsächlich soll dies aber nur ein Ausnahmetatbestand sein, „vertretbar“ bedeutet vielmehr, dass der Bebauungsplan fehlerfrei auch so lauten könnte, dass das Vorhaben zulässig wäre. Das Grundstück, für das eine Befreiung beantragt wird, muss vom Bebauungsplan in besonderer Weise betroffen sein.