Kann die Baugenehmigung versagt werden, wenn das Vorhaben gegen nicht zu prüfende Vorschriften verstößt?

Ja, dies ist gemäß Art. 68 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 BayBO zulässig. Die Baubehörde muss also nicht erst die Genehmigung erteilen und danach sofort eine Einstellung verfügen, sondern kann dies bereits im Genehmigungsverfahren berücksichtigen. Insoweit fehlt es dem Bauherrn am Sachbescheidungsinteresse.

Was besagt die Schlusspunkttheorie?

Nach dieser Theorie war die Baugenehmigung stets Schlusspunkt aller Genehmigungsverfahren. Sie durfte erst erteilt werden, wenn alle notwendigen Genehmigungen erteilt waren. Der BayVGH hat sich dieser Theorie jedoch nicht angeschlossen. Fachrechtliche Genehmigungen, deren Vorliegen nicht zu prüfen ist, müssen von der Baubehörde nicht geprüft werden.

Was ist die öffentliche Bekanntgabe?

Bei der öffentlichen Bekanntgabe gemäß Art. 66 Abs. 4 wird die Nachbarbeteiligung durch eine umfassende Beteiligung aller möglicherweise Betroffenen sichergestellt. Insoweit sind nicht nur die baurechtlichen Nachbarn, sondern auch die immissionsschutzrechtlichen Nachbarn (inkl. Mieter) zu beteiligen, Art. 66 Abs. 4 Satz 1.